Hier sehen Sie unsere Antworten auf Fragen, die uns der Achimer Kurier im Vorfeld der Kommunalwahl 2016 stellte.

Wo sehen Sie den dringlichsten Investitionsbedarf in der nächsten Legislaturperiode?

Um die Lebensqualität und damit die Attraktivität unserer ländlich geprägten Kommune zu verbessern, sollte die Infrastruktur auf einen barrierefreien Stand gebracht werden. Das beinhaltet sowohl das eigene Wegenetz und die Senioren- und behindertengerechte Ausstattung der öffentlichen Gebäude, als auch den öffentlichen Personennahverkehr wie auch das Telekommunikationsnetz. Wir halten es aber auch für enorm wichtig, im Zeitalter des Praxissterbens die medizinische Versorgung auf dem Land sicherzustellen. Ansiedlungsprämien für Allgemein- und Fachmediziner sollten daher diskutiert und umgesetzt werden. Die nötigen Investitionen in diesen Bereichen sollen nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden.

Welche Potenziale sehen Sie für die Ortskerngestaltung?

Es geht hier zuerst darum, die richtigen Schlüsse aus erhobenen Daten zu ziehen. (Leerstandskataster, Verkehrszählung etc.) Wichtig ist, den ländlichen Charakter zu erhalten und Anreize zu setzen, leerstehende Gebäude umzunutzen oder auch hier und da zu beseitigen. Es gilt, Verkehrskonzepte zu überdenken und Mobilitätspläne neu zu entwickeln. Gerade Elektromobilität wird hier ein Stichwort sein. Wenn dies gelingt, werden die Ortskerne weiter als Handels- und Dienstleistungsplätze existieren und dem weiteren Sterben oder der Verlagerung von Geschäften auf die grüne Wiese entgegen wirken. Im Ortskern sollte Platz für Gastronomie, Handel und lebendiges Treiben sein. Hochgeklappte Bürgersteige und ausgestorbene Straßen nach 19.00 Uhr wirken wenig einladend.



Mit welchen Themen möchten Sie bei jungen Menschen punkten – was packen Sie für diese an?

Zumeist wird jungen Menschen und Jugendlichen vor Wahlen viel versprochen. Wenn es dann zur Umsetzung der Versprechen kommen soll, wird zuerst das Wort von der sogenannten „freiwilligen“ Leistung der Gemeinde bzw. Samtgemeinde laut. Ein Beispiel ist die (von der Samtgemeinde finanzierte) Jugendsozialarbeit in Sottrum, die trotz ihrer Erfolge immer wieder von Kürzung aus Haushaltsgründen bedroht war und sein wird. Wir werden, wie auch in der laufenden Periode, darauf achten, dass im gesamten Jugendbereich hier nichts anbrennt. Genauso wichtig ist aber, dass wir als PoP allen jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit bieten, sich in politischer Hinsicht einzubringen und Wünsche selbst zur Umsetzungsreife zu bringen.

Nach der ersten Flüchtlingswelle –worauf kommt es nun aus Ihrer Sicht bei der Integration der Zugewanderten an?

In erster Linie auf Menschlichkeit. Wir treten für eine entspannte Haltung gegenüber Flüchtlingen ein. Wir unterstützen die ehrenamtliche Arbeit genau wie die Arbeit der Samtgemeindeverwaltung, die bereits in großem Umfang geleistet wird und sehen, dass in unseren Kommunen im Grunde keine größeren Probleme durch die neuen Nachbarn entstanden sind. Damit das so bleibt, ist es nötig, dass auch die Zuwanderer entspannt auf die Anforderungen ihrer neuen Heimat reagieren und diese erfüllen. Zuallererst muss der Erwerb der deutschen Sprache und ein Grundkurs in den wesentlichen Verhaltensnormen unserer Gemeinschaft stattfinden. Alles weitere, wie Ausbildung oder Arbeit ist dann nicht mehr schwer. Jeder, der sich daran hält sollte auch bleiben dürfen.

Inwieweit setzen Sie sich für eine Breitbandversorgung in Ihrer Kommune an und für öffentliche W-LAN-Netze?

Wir haben seit 2011 mehrere Vorstöße unternommen und immer wieder Vorschläge in Richtung Verbesserung des Breitbandausbaus gemacht. Auf dem flachen Land ist weder die kabelgebundene noch die Mobilfunkdaten- Übertragungsgeschwindigkeit bis jetzt flächendeckend zufriedenstellend. In jüngerer Zeit haben wir uns als Gemeindevertreter an Gesprächen mit dem Landkreis zur Verbesserung der jetzigen Kabelbreitbandsituation beteiligt. Eine weitere Ausbaustufe steht an. Diese wird aber die jetzt schlechter versorgten Bereiche nicht immer aufwerten. Wir plädieren daher für eine Verbesserung der Mobilfunkqualität(LTE) in diesen Gebieten. Freie WLAN-Gastzugänge in Gebäuden von Gemeinde oder Samtgemeinde können erst mit einer schnellen Leitung funktionieren.

Wie sieht die Samtgemeinde im Jahr 2030 aus?

Wenn es nach PoP geht: Die Samtgemeinde Sottrum 2030 ist ein stabiles und gesundes Gemeinwesen, an dessen Erhalt und Ausgestaltung sich alle Generationen und Schichten beteiligen. Die Naturräume sind intakt, die Infrastruktur entspricht allen Erfordernissen, die Verwaltung arbeitet nach einem Leitbild, das den Service für die Bürger in den Mittelpunkt stellt und die politischen Entscheidungsträger handeln zielorientiert und vor allem transparent. Die Samtgemeinde ist lebenswert für all ihre Bürgerinnen und Bürger.